Westfälische Nachrichten, 21.01.2018 (von Silke Behling)


Beim Tag der offenen Tür der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln haben die kleinen Besucher am Freitag zahlreiche Möglichkeiten zum Mitmachen gehabt. (von Silke Behling)

Ab der fünften Klasse die Musik- oder Kunstklasse besuchen – das geht zum neuen Schuljahr in der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln. Und noch mehr: Denn die Schüler wählen zudem einen Profilkursus aus den Fächern Zirkus und Akrobatik, Junior Big Band, Sport vor Ort, Werkstatt Geschichte, Robotik, Bücherei, Jungentrophy, Tanzen, Russisch oder „Der Natur auf der Spur“. Ab Klasse 6 entscheiden sich die Schüler dann für ein Wahlpflichtfach: Das kann Französisch, Spanisch, Darstellen und Gestalten, Naturwissenschaft Biologie Chemie, Arbeitslehre Technik Physik oder Arbeitslehre Ernährung Hauswirtschaft sein. „Dieses Fach hat dann die gleiche Wertung, wie die anderen Hauptfächer und ist prüfungsrelevant“, erklärt Schulleiter Manfred Stalz.

Die Profilkurse und die Wahlpflichtfächer ermöglichen ein individuelles Lernen gemäß den eigenen Neigungen. Stalz betont während eines Rundgangs durch die am Tag der offenen Tür gut besuchten Schule, dass sich die Elemente der Wahlpflichtfächer und Profilkurse bewährt hätten. „Ab sofort werden die neuen Schüler zur Klasse 5 in Westerkappeln eingeschult“, erläutert Stalz. „Die Klassen 5 bis 7 bleiben hier, die Klassen 8 bis 10 sind am Standort Wersen. Die gymnasiale Oberstufe ist wieder hier.“

Wie gut die Wahlpflichtfächer ankommen, kann man am Freitag an den Besuchern erkennen: Im Robotik-Raum drängen sich die Besucher um die Tische mit den selbst gebauten Robotern. Jale und Emily programmieren gerade einen Roboter, der gleich ein Männchen anheben wird. „Hier werden Informatik und Handlungskompetenzen verknüpft“, so Stalz. 

Hoch her geht es auch in der Fälscherwerkstatt. Lehrer Jörg Nordmann hilft den Kindern, Goldmünzen herzustellen: „Wir tragen eine Silberschicht auf 5-Cent-Stücke auf und die Schüler machen daraus Gold.“ Die Siebt- und Achtklässler haben diese praktische Arbeit mit den Messinglegierungen vorbereitet. „Sie haben sogar ihre Pause geopfert, um mitzuhelfen“, lobt Nordmann das Engagement der Schüler, die offensichtlich Spaß haben.

Auch Michael Gels bringt die Besucher zum Staunen: Mit Tinte erstellen er und seine Schüler, die das Wahlpflichtfach Technik gewählt haben, einen Stromkreis her und bringen LEDs zum Leuchten. Praktisch geht es ebenso in der Werkstatt Geschichte her. „Alles, was gebaut wird, muss es wirklich gegeben haben. Zumindest muss es das Handwerk gegeben haben“, so Lehrer Kai Schröter. Dazu gehören Steinzeitwerkzeug, Kleidung, Schildbau, Weben und vieles mehr. In einem Klassenraum haben die Besucher die Möglichkeit, Instrumente auszuprobieren. Lehrerin Anna Meer freut sich über das große Interesse. Mitmachen können die Besucherkinder auch im Bereich Darstellendes Gestalten: „So sehe ich aus, wenn …“ ist ein Spiel, bei dem eine Gruppe der anderen ein Thema nennt, das sie spontan umsetzen muss. „So sehe ich aus, wenn mein Handy kaputt ist“ sorgt für viele Lacher. In der Kunstklasse hingegen ist Feinmotorik angesagt.

Die Schüler zeigen, wie man mit Nadel und Faden ihr Schullogo gestalten kann. Das Segelboot ist auch Bestandteil des Schulkonzepts: Jeden Tag haben die Kinder eine „SegeL-Stunde“, in der sie selbstgesteuert Lernen. Das SegeLn wird mit einem Logbuch begleitet, in dem auch die Eltern die Lernfortschritte verfolgen können. 

Die Möglichkeiten der Differenzierung sind vielfältig, wie Heike Unland, Abteilungsleiterin für die Klassen 5 und 6, betont: „Es gibt keine Stunde, in der alle Schüler das Gleiche machen!“ Ab Klasse 7 werden die Kinder in Englisch und Mathe, ab Klasse 8 auch in Deutsch, in unterschiedlichen Gruppen unterrichtet. „Wir haben ein Grund- und ein Erweiterungsniveau“, so Unland.

Übrigens kommen auch die Pausen nicht zu kurz. Der Didaktischer Leiter Thorben Zilske stellte sein Pausenkonzept vor, bei dem die Schüler ein freies Angebot nutzen können wie sie wollen – ganz ohne Anmeldung und Planung, ganz egal, ob sie Ballspielen, Musik machen oder einfach nur chillen wollen. Gerne werden in den Pausen auch die Schulsozialarbeiterinnen besucht: Monika Worpenberg und ihre Kolleginnen freuen sich, dass die Schüler gerne bei ihnen vorbei kommen und tragen damit dazu bei, dass sie beim Lernen gut begleitet werden.

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