Westfälische Nachrichten, 29.09.2017 (von Jannik Zeiser)

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Freuen sich gemeinsam auf die Beetpatenschaften: Bewohner des Seniorenheims und Schüler der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln. Teilweise haben sie die Pflanzen in den Beet-Kasten gestellt, nun tragen Kinder und Organisatorinnen sie wieder zurück zum Auto. Foto: Jannik Zeiser

Rund ums Haus der Diakonie in Westerkappeln soll es bald blühen. Schüler der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln übernehmen die Patenschaft für ein Hochbeet neben dem Seniorenheim – weitere Beete sollen folgen.

Der Holzkasten steht bereits, auch die Blumen sind schon da. Was noch fehlt, sind das Fundament, eine Folie und Blumenerde. „Darum kümmern wir uns in den nächsten Wochen“, erklärt Christel Barkhau, die als Heilpädagogin an der Gesamtschule arbeitet. Gemeinsam mit Maria Schwall-Boder und Christiane Fels hat sie das Beet-Projekt initiiert.

Die Idee: Ein Beet anlegen, an dem sich Schulkinder und Bewohner des Seniorenheims begegnen können. „Gerade in dem Alter gibt es noch wenige Berührungsängste und wir wollen den Kontakt zwischen Alt und Jung herstellen“, erklärt Barkhau das Konzept. „Maria hatte schon lange die Idee, den Garten hier aufzupeppen, dann kam ich mit der Idee dazu, das als Schulprojekt zu gestalten.“ Christiane Fels von der Westerkappelner Baumschule Fels steuert das technische und botanische Know-how bei.

Sechs Schüler der Gesamtschule am Standort in Westerkappeln haben sich bereits für das Projekt begeistern lassen und sind zu einem ersten Treffen am Seniorenheim mitgekommen. Da es nun auf den Winter zugeht, kann die Aktion zunächst nicht als regelmäßige Arbeitsgemeinschaft angeboten werden – in den kalten Monaten gibt es wenig an Gärtnerarbeit zu verrichten. Die ersten Treffen finden deshalb unregelmäßig nach Schulschluss oder in der Mittagspause statt.

Trotzdem zeigen sich die Schüler motiviert. Die Siebtklässlerin Sina Rathai hat die Gelegenheit genutzt, um ihren Opa zu überraschen, der im Haus der Diakonie wohnt. „Ich wusste von nichts“, erzählt er lachend. Das Beetprojekt hält er für eine tolle Idee; er habe früher selber einen Garten gehabt, berichtet er. Eine andere Bewohnerin ist sichtlich gerührt vom jungen Besuch. In ihrem eigenen Garten habe sie die Koniferen besonders gerne gemocht. Schnell zeigt sich, dass es zwischen Schülern und Heimbewohnern tatsächlich keine Berührungsängste gibt: Die Kinder begleiten die Senioren aus dem Haus, um ihnen das künftige Beet zu zeigen und führen sie auf kleinen Spaziergängen durch den Garten.

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Teilweise haben sie die Pflanzen in den Beet-Kasten gestellt, nun tragen Kinder und Organisatorinnen sie wieder zurück zum Auto. Foto: Jannik Zeiser

Jörg Niemöller, Leiter des Seniorenheimes, findet: „Der Kontakt zur Natur ist wichtig. Durch die Beete können wir ein wenig Natur zum Haus holen.“ Der besondere Vorteil des Hochbeetes ist dabei gerade, dass die Pflanzen in greifbarer Höhe wachsen. Dadurch können sich die Bewohner selbst Blumen pflücken, so die Idee der Initiatorinnen.

Die Beet-Kisten fertigt die Werkstatt der Fachklinik Nettetal für Suchtkranke – 450 Euro kostet ein Exemplar. Die erste der Kisten hat das Haus der Diakonie gesponsert, für eine weitere hat sich bereits eine Sponsorin gemeldet. Für das nächste Beet könne ja eine Wohngruppe des Hauses eine Patenschaft übernehmen, überlegt Niemöller.

Beim Engagement der Gesamtschüler soll es nicht aufhören: „Wir sind auf der Suche nach weiteren Sponsoren und Beetpaten“, betont Maria Schwall-Boder. Interessierte können sich telefonisch bei ihr melden unter 05404/6530 oder erreichen Christel Barkhau unter 05404/2203.