Neue Osnabrücker Zeitung, 22.05.2017 (von Jannik Zeiser)

Lotte: Deutsch-französische Partnerschaft gefeiert

deutsch französische Partnerschaft
Reden und Geschenke im Haus Hehwerth in Lotte: (von links) Rainer Lammers, Gaëtan Jeanne, Mélanie Vanhove, Pierrette Tisserand-Ennen und Manfred Stalz. Fotos: Jannik Zeiser

Lotte und seine Partnerstadt Lys-lez-Lannoy haben am Wochenende ihr 26. Partnerschaftsfest gefeiert. Vertreter beider Kommunen sahen das Treffen auch im Licht aktueller Weltpolitik und waren sich einig: Die deutsch-französische Partnerschaft soll weiter bestehen und gelebt werden.

Als die französische Delegation am Samstagnachmittag am Lotter Rathaus eintraf, begrüßte der Europaabgeordnete Markus Pieper die Gäste in ihrer Muttersprache. Der Partnerschaft beider Orte komme eine große Bedeutung zu, so die zentrale Botschaft des CDU-Politikers.

Völkerverständigung beim Abendessen

Ähnlich äußerten sich beim gemeinsamen Abendessen im Haus Hehwerth die Bürgermeister beider Gemeinden, Rainer Lammers und Gaëtan Jeanne. Als Übersetzerinnen leisteten Pierrette Tisserand-Ennen vom Deutsch-Französischen Förderverein und Mélanie Vanhove, Kulturbeauftragte in Lys, ganze Arbeit. „Wir sind erfreut über die Wahl von Emmanuel Macron zum Staatspräsidenten, weil er für Europa steht“, sagte Lammers in seiner Ansprache. Die Welt sei voller Unruhen und Kriegsherde, doch er habe Hoffnung, dass die Völkerverständigung in Europa gelinge. „In 26 Jahren Partnerschaft ist uns ein Beitrag zur Verständigung gelungen“ Sein Amtskollege aus Lys bekräftigte: „Wir kommen immer mit Vergnügen nach Lotte.“ In Hinblick auf Macron teilte er Lammers Urteil: „Frankreich hat sich mit Verstand für eine menschenfreundliche Politik entschieden.“

Für die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln hatte Gaëtan Jeanne ein Geschenk im Gepäck: An Schulleiter Manfred Stalz überreichte er ein Scrabble-Spiel und eine Karte von Frankreich: „Für die Schüler, die bei Ihnen Französisch lernen.“ Stalz erklärte, die Gesamtschule werde ab dem nächsten Jahr Schüleraustausche mit der Schule in Lys organisieren und damit das Erbe der Westerkappelner Realschule antreten.

Viele Jugendliche dabei

Erfreut waren die beiden Bürgermeister auch über den großen Anteil von jungen Leuten beim Partnerschaftsfest. Dazu trug vor allem die Mädchen-Volleyballmannschaft aus Lys-lez-Lannoy bei, die mit neun Spielerinnen und zwei Betreuern bei den Volleyballern des SC Halen unterkamen – inklusive Übernachtung in der Sporthalle. „Die Mädchen verstehen sich sehr gut, es gibt kaum Berührungsängste“, freute sich Edda Zahn, Abteilungsleiterin beim Jugendvolleyball des SC Halen. Auch unabhängig von den offiziellen Partnerschaftsfesten wäre es schön, wenn ein regelmäßiger Austausch zustande käme, wünscht sich Zahn. In diesem Sinne hofft sie auf einen baldigen Gegenbesuch in Frankreich.

Keine Chance gegen französische Tischtennisspieler

Ebenfalls sportlichen Besuch bekamen die Tischtennisspieler der Sportfreunde Lotte. Drei Spieler des Tischtennisvereins aus Lys maßen sich am Samstagnachmittag mit ihren Lotter Freunden im Modus „jeder gegen jeden“. „Wir hatten keine Chance, die spielen wirklich klasse“, resümierte Uwe Märsch.

Gemeinderundfahrt und Boule-Turnier

Am Sonntagvormittag unternahmen die Delegationen beider Gemeinden eine kleine Rundfahrt durch die Gemeinde. Rainer Lammers schlüpfte in die Rolle des Reiseführers und stellte den französischen Gästen alle Sehenswürdigkeiten von Halen bis Osterberg vor. Inbegriffen war dabei auch ein kurzer Zwischenstopp bei den Sportfreunden mit einer Besichtigung des Stadions von der Haupttribüne aus. Heyko Hollander hatte darüber hinaus das traditionelle Boule-Turnier organisiert. Einmal mehr musste sich die Lotter Mannschaft dabei den Franzosen geschlagen geben.

Termin für Gegenbesuch steht

Der Termin für den Gegenbesuch in Lys-lez-Lannoy hielten die Vertreter beider Gemeinden bei der Sitzung des Partnerschaftsausschusses fest: Am 2. und 3. Juni nächsten Jahres wird eine Lotter Reisegruppe dorthin fahren. Mitfahren könne im Prinzip jeder, betont Karin Lenze von der Gemeindeverwaltung. Wer dabei sein wolle, solle rechtzeitig sein Interesse bekunden.