Westfälische Nachrichten, 02.04.2017 (von Katja Niemeyer)

In der Mensa im Schulzentrum werden an manchen Tagen bis zu 330 Essen ausgegeben. Den Ansturm zur Mittagszeit können die Mitarbeiter, die tatkräftige Unterstützung durch ein Schüler-Team bekommen, noch gut bewältigen. Allerdings könnte die Mensa bald an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

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Das aktuelle Putzdienst-Team in der Mensa im Schulzentrum: Benjamin, Fynn-Lukas, Sebastian, Kim, Katja, Louis und Luc (von links). Die freiwilligen Helfer helfen bei der Geschirrabgabe und wischen über die Tische. Foto: Katja Niemeyer

Katja, zwölf Jahre alt, hat sich ihre Schürze sorgfältig umgebunden. Der Putzlappen liegt griffbereit. Die Schülerin der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln hat sich direkt hinter dem Wagen für das schmutzige Geschirr postiert. Sie muss darauf achten, dass die Kinder ihre Teller von Essensresten befreien, bevor sie sie auf den Stapel stellen. Katja gehört zum Putzdienst-Team der Mensa des Westerkappelner Schulzentrums. Zwischendurch geht sie immer wieder zu den Tischen, wischt hier und da rüber. Und schafft kleine Eimer mit frischem Spülwasser heran. Das Mädchen ist schon seit drei Wochen im Team. Der kleine Job nach dem Unterricht, sagt sie, „der macht Spaß“.

Er erfordert aber auch ihre ganze Konzentration. In der Mensa herrscht ein Kommen und Gehen. Um kurz vor 12 Uhr strömen die Ganztagsgrundschüler in den Raum. Rasch bildet sich eine Schlange an der Essensausgabe, wo die Mensa-Mitarbeiter die Teller der Kinder an diesem Donnerstagmittag mit Hähnchenspießen und Reis befüllen. Eine Stunde später erscheinen die Schüler der Real- und Gesamtschule. Insgesamt, so berichtete unlängst Melanie Jaretzki aus der Verwaltung dem Schulausschuss, werden an manchen Tagen 320 bis 330 Essen ausgegeben, rund die Hälfte davon gehen an die Kinder im Offenen Ganztag der Grundschule.

Den Ansturm zur Mittagszeit können die hauptamtlichen Mensa-Mitarbeiter und ihre kleinen freiwilligen Helfer bislang offenbar gut bewältigen, wie die stellvertretende Fachbereichsleiterin Jaretzki weiter ausführte. Auch für das kommende Schuljahr würden die Kapazitäten aller Voraussicht nach reichen. Zum Schuljahr 2018/19 rechnet Jaretzki allerdings mit Engpässen. Denn dann wird der fünfte Jahrgang der Gesamtschule am Standort Westerkappeln eingeschult. Damit, davon geht sie aus, kämen etwa 145 neue Schüler hinzu. Erfahrungsgemäß würden davon rund zwei Drittel das Mensa-Angebot wahrnehmen, womit sich die Gesamtzahl der Mensanutzer auf täglich 420 bis 430 erhöhen würde. Weil das Zeitfenster von 11.45 bis 14 Uhr, in dem gegessen werden kann, aus organisatorischen Gründen nicht ausgeweitet werden könne, rät Jaretzki dazu, frühzeitig Gespräche mit den Schulen und dem Anbieter zu führen.

An einem der vielen Tischen haben sich an diesem Tag Chlara, Joleen, Jennifer und Evelin niedergelassen. Vor ihnen stehen Teller mit Pizza, Nudeln und Hähnchenspießen. „Es schmeckt uns eigentlich immer sehr gut“, sagt Evelin stellvertretend für ihre Freundinnen. Und: „Pizza geht immer.“

Mensa-Leiterin Melanie Sträfling erläutert, dass sie neben dem Tagesgericht regelmäßig Pasta und Pizza anbietet. Darüber hinaus können sich die Schüler an der Salat- und an der Dessert-Bar nach Lust und Laune bedienen. Sträfling: „Wir achten auf Abwechslung.“

Auch die Schülerin Katja hat weiterhin ihren Zuständigkeitsbereich im Blick. „Ich sorge dafür, dass alles seine Ordnung hat“, berichtet sie nicht ohne Stolz und wirft dabei schon wieder einen Blick über die Tische. Über einige muss wohl schon wieder schleunigst geputzt werden. Die Schülerin greift zum Lappen und ist erst einmal verschwunden.

Wie berichtet, hatte im Sommer vergangenen Jahres die Stattküche Münster die Regie in der Mensa übernommen. Das Unternehmen hatte vor allem mit seinem Mensakonzept überzeugt: Beim „Smart Eating“ werden die Speisen in Münster vorgegart und in Westerkappeln dann in Konvektomaten – das sind spezielle Heißluftöfen – fertiggestellt. Salate und Dessert werden vor Ort zubereitet.

Ursprünglich angedacht war, den Erst- und Zweitklässlern das Essen am Tisch zu servieren. Das, berichtet Jaretzki, habe sich allerdings als nicht praktikabel herausgestellt. „Die Speisen wurden schnell kalt und die Kinder waren mit der Auswahl überfordert.“ Deshalb bedienen sich die Kleinen jetzt mit Unterstützung der pädagogischen Mitarbeiter selbst. Und das klappt immer besser.