Westfälische Nachrichten (von Ann-Christin Weimar)

Wettbewerb der Gesamtschule Lotte Westerkappeln Die Lust am Lesen wecken image 630 420f wnBücherwürmer der Gesamtschule: (von links) Sina Rathai (3. Platz), Phil Konnemann (1. Platz) und Benett Nickol (2. Platz) waren erfolgreich beim Lesewettbewerb Foto: Ann-Christin Weimar

Westerkappeln/Lotte - Stille – jedenfalls fast. Die Vorhänge sind zugezogen. Die Aula ist bis auf die beleuchtete Bühne abgedunkelt. Die Spannung steigt. Die Schüler der sechsten Klassen sitzen konzentriert auf ihren Stühlen und lauschen gebannt den Texten. Zum zweiten Mal hat die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln einen Vorlesewettbewerb veranstaltet. Am Mittwoch gab´s das Finale.

Hier treten die fünf Klassensieger, die zuvor im Klassenverbund ausgewählt worden sind, gegeneinander an. „Es ist wichtig, dass die Kinder die Lust am Lesen entwickeln“, betont Kai Schröter, der Deutsch- und Klassenlehrer der 6e. Er gehört – wie auch die anderen Deutschlehrer der sechsten Klassen – zum „Deutschteam“, das den Wettbewerb an der Gesamtschule organisiert hat. Als großen Vorteil des Wettstreits sieht Schröter vor allem den Ansporn für die Jungen und Mädchen, das Lesen verstärkt zu üben.

Viele Kinder würden sich zu Hause ausschließlich vorlesen lassen, da ihnen die Motivation für das stetige Üben fehle, erklärt er. „Darum geht es eigentlich: Das man der Lust zum Lesen einen Raum gibt“, betont der Deutschlehrer.

Und das hat offensichtlich funktioniert: So hätten sich in einigen Klassen sogar mehr als ein Drittel der Schüler an dem Wettbewerb beteiligen wollen, freut sich der Pädagoge.

Im Rahmen ihrer Teilnahme müssen die Schüler aus zwei Büchern vorlesen. Zuerst tragen sie drei Minuten lang etwas aus einem selbst gewählten Buch vor, das sie zunächst kurz vorstellen. In der zweiten Runde lesen die Sechstklässler dann einen Abschnitt aus einem „fremden“ Buch vor, in diesem Falle aus dem Buch „Wunder“ von Raquel J. Palacio, das einige Herausforderungen in Form fremdsprachiger Namen für die Schüler bereithält.

Bewertet werden die Vorleserinnen und Vorleser unter anderem nach den Kriterien Betonung und Stimme sowie nach der Auswahl einer interessanten Textstelle, was laut Schröter bereits im Unterricht geübt wurde. Die Jury – bestehend aus Schulleiter Manfred Stalz, der Leiterin der Gemeindebücherei Margaretha Deimann, der Vorsitzende der Schülervertretung Celine Albanoudis und der Deutschlehrerin Astrid Hübner – achtet auch auf das Lesetempo. Ein kurzes Improvisationstheater, das von einer kleinen Gruppe von Sechstklässlern aufgeführt wird, überbrückt die Beratungszeit der Jury.

Am Ende steht Phil Konneman aus der Klasse 6e als Sieger fest: darf 2017 am Regionalentscheid teilnehmen. Er wird lautstark von seinen Mitschülern bejubelt, viele stürmen auf ihn zu, um ihm zu gratulieren. Kaum noch möglich, ein Foto vom glücklichen Sieger zu schießen, aber am Ende klappt es dann doch. Neben einer Urkunde erhalten Phil Konnemann, Benett Nickol (2. Platz) und Sina Rathai (3. Platz) einen Büchergutschein im Wert von je 20, 15 und zehn Euro. Ebenfalls ins Finale geschafft hatten es Ina Boldt und Evelin Maier.