Neue Osnabrücker Zeitung, 22.05.2016

Markus, Max und Kerem haben ihrem Team den Namen „The Robot Kings“ gegeben und nehmen am regionalen Vorentscheid der „World Robot Olympiad“ (WRO) teil. Gastgeber für einen der vielen Vorentscheide war am Samstag die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln. Von Christoph Pieper

Markus zittert am ganzen Körper. Die Aufregung ist ihm anzusehen, aber in diesem entscheidenden Moment muss er eine ruhige Hand haben: Da darf er keinen Millimeter daneben liegen. Mit seinen Teamkollegen Max und Kerem hat er viele Stunden geopfert und lange auf diesen Moment hingearbeitet. Einen winzigen Augenblick später hat er den kleinen Roboter platziert. Jetzt können die drei Jungen nur noch die Daumen drücken und hoffen, dass der kleine Flitzer so fährt, wie sie ihn programmiert haben.

Früher Start im Schulgebäude

14 Teams waren angemeldet. Einige hatten eine weite Anreise. „White Roses Do“ sind aus Dortmund, die „WasteBusters“ sogar aus Braunschweig. Für die Jungs und Mädels hieß es daher früh aufstehen, denn der Wettbewerb begann für die Teams schon um 8 Uhr am Morgen.

Auch die „Robot Kings“ sind bereits im Schulgebäude und bereiten sich vor. Nach einem ersten Bauteile-Check beginnt für sie die 150-minütige Bauphase der kleinen Roboter. Die Maße sind vorgegeben: 25 mal 25 mal 25 Zentimeter dürfen die Roboter aus Legosteinen nicht überschreiten. Die Konstruktion will also gut geplant sein.

Ziemlich viel Technik

Im Westerkappelner Team kümmert sich Kerem um den Motor, während sich Max und Markus ans Programmieren machen. „Wir haben eine spezielle Software, um dem Roboter zu sagen, was er tun soll“, erklärt Max. So können die Fünftklässler dem Roboter über eine USB-Verbindung beibringen, dass er bestimmte Markierungen auf dem Tisch abfährt und dort Legosteine einsammelt. Ziemlich viel Technik für so ein kleines Gefährt. Das Material wird den Teams von der Gesamtschule zur Verfügung gestellt. „So ein Set für einen Roboter kostet 400 Euro“, erzählt Jens Schütte, der die Robotic-AG an der Schule leitet und am Samstag durch den Wettbewerb führt.

Müllproble als Oberthema

Der Roboter soll noch einige Aufgaben erfüllen. In der Elementary-Klasse etwa war gefordert, dass der Roboter so schnell wie möglich Legosteine einsammelt, die dann in vorgegebenen Zonen abzulegen waren. Die WRO steht dieses Jahr unter dem Motto „Rap the scrap“. Der Slogan thematisiert die Müllproblematik auf der Erde. Er soll bewusst machen, dass Roboter immer häufiger nötig sind, um Müll zu reduzieren, zu verwalten und zu recyceln.

Dieses Thema wird auch beim Weltfinale im November in Indien im Mittelpunkt stehen. Wer allerdings dort teilnehmen will, muss sich zunächst im Deutschlandfinale durchsetzen. Dorthin reisen die Sieger des Westerkappelner Vorentscheides und die haben sich am Samstag nur denkbar knapp durchgesetzt. Die drei besten Teams in der Elementary-Klasse (8-12 Jahre) waren am Ende alle punktgleich, sodass schließlich die schnellsten Zeiten den Ausschlag gaben. Da hatte das Team vom Kardinal-von-Galen-Gymnasium Mettingen das Nachsehen und musste sich mit Rang drei begnügen.

Zur Siegerehrung

Mehr Freude herrschte bei den beiden Westerkappelner Teams „Robo Unicorns“ und „Pros of Robotic“, denn als Sieger stehen sie wie auch die „WasteBusters“ aus Braunschweig in der Altersklasse Junior (13-15 Jahre) am 18. und 19. Juni in Ludwigshafen im Deutschlandfinale.

Kerem, Max und Markus landen am Ende auf Platz 7. „Wir haben 40 Punkte erreicht, das ist schon ganz gut“, ist Markus trotzdem zufrieden. Jetzt zittert er auch nicht mehr, sondern strahlt über seine Urkunde und den selbst gebauten Roboter.