Westfälische Nachrichten, 22.11.2016

Gesamtschule Lotte Westerkappeln fuehrt Lernentwicklungsgespraeche Noten stehen nicht im Vordergrund image 630 420f wnAuf Augenhöhe sollen sich Lehrer, Eltern und Schüler bei den Lernentwicklungsgesprächen begegnen. Foto: Gesamtschule Lotte-Westerkappeln

Lotte/Westerkappeln - An der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln wurden vergangene Woche Gespräche geführt. Dass dieser Termin jedoch nicht als Elternsprechtag, sondern als Lernentwicklungsgespräch betitelt wurde, hat verschiedene Gründe.

Im November haben viele Eltern schulpflichtiger Kinder einen Termin. Der erste Elternsprechtag des Schuljahres steht an. Auch an der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln wurden vergangene Woche Gespräche geführt. In den Schulgebäuden in Westerkappeln und zum ersten Mal auch in Wersen luden die Klassenlehrerteams ein.

Dass dieser Termin jedoch nicht als Elternsprechtag, sondern als Lernentwicklungsgespräch betitelt wurde, hat laut Mitteilung der Schule verschiedene Gründe.

Zunächst einmal seien hierzu nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder eingeladen. Alle Schülerinnen und Schüler haben am Anfang des Schuljahres ein sogenanntes Logbuch erhalten. In diesem Buch werden die Wochen-Aufgaben notiert und auch alle Noten eingetragen. Vor den Gesprächen erhalten die Kinder hierin außerdem von den Fachlehrern eine Zwischennote. Diese Informationen sehen die Eltern also schon im Vorfeld.

Außerdem füllen Kinder und Eltern je einen Einschätzungsbogen zum Arbeits- und Sozialverhalten aus.

In den etwa 20-minütigen Gesprächen mit den beiden Klassenlehrern werde die Lernentwicklung des Kindes besprochen. Auch die Klassenlehrer haben laut Mitteilung eine Einschätzung zum Arbeits- und Sozialverhalten abgegeben, sodass sich hieraus das Gespräch ergebet.

„Das Wichtigste an den Gesprächen ist, dass nicht nur der Ist-Stand dargestellt wird“, betont der stellvertretende Schulleiter Stefan Verlemann, „sondern, dass das Kind gemeinsam mit seinen Eltern und Lehrern im Logbuch ein konkretes Ziel formuliert, welches erreicht werden will. Dazu wird überlegt, wie dieses Ziel erreicht werden kann und welche Unterstützung dafür erforderlich ist.“

Zur Erinnerung verbleibe dieser Bogen im Logbuch und diene spätestens beim nächsten Lernentwicklungsgespräch als Grundlage. So könne der Entwicklungsweg über mehrere Schuljahre verfolgt und dokumentiert werden.

Die Gespräche seien persönlicher und individueller. Statt „Du musst dich mehr melden!“, formuliere das Kind ein Lernziel und trage ein, wie und mit welcher Unterstützung dieses Ziel erreicht werden kann.

„Außerdem legen wir großen Wert darauf, dass die Gespräche zwischen Schülern, Eltern und Lehrern auf Augenhöhe ablaufen“, erklärt Abteilungsleiterin Heike Unland. „Es geht vor allem darum, was das Kind kann und wo noch Steigerungspotenzial besteht.“ Wenn gewünscht, stünden zusätzlich Sozialpädagogin Monica Worpenberg und ihr Team mit Rat und Tat zur Seite.