Musik

Musikunterricht in der heutigen Konsumwarengesellschaft bedeutet, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, die einerseits in der Freizeit einer multimedialen Reizüberflutung ausgesetzt sind und dabei andererseits immer weniger die Möglichkeit haben, sich aktiv mit Musik auseinander zu setzen. Insofern sind es zwei Aufgaben, die dem Musikunterricht zu Beginn des 21. Jahrhunderts gestellt sind:

Erstens sollte er versuchen, der durch pausenlose und massenhafte Verfügbarkeit bedingten Entwertung von Musik entgegenzuwirken. Dem atemlosen Konsum unzähliger Musikartikel per Fernsehen und mittlerweile vor allem per Internet, MP3-Player und Handy sind die Einladung zum Verweilen beim einzelnen Musikwerk gegenüberzustellen, dem achtlosen Zappen von einem Track zum nächsten die Aufmerksamkeit für die Besonderheiten von Musik, ihren Schönheiten und Geheimnissen.

Zweitens - und durchaus vorrangig - sollte der Musikunterricht den passiven Hörkonsum durch das aktive Musikerlebnis bereichern. Gerade dadurch entfaltet Musik als Unterrichtsgegenstand ihre Besonderheit und Faszination. Die gemeinschafts- und persönlichkeitsbildende Kraft des Musizierens begründet die zentrale Stärke des Faches und ist dessen ureigenste Legitimation.

Ausgehend von den Richtlinien und Lehrplänen für das Fach Musik und den musik- pädagogischen Erfahrungen des Fachkollegiums wird ein handlungsorientierter, ganzheitlicher Musikunterricht angestrebt, der die individuelle Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler stärkt und insbesondere deren soziale und kommunikative Handlungskompetenzen fördern soll.

Dem dient neben der Förderung des bewussten Musikhörens und des kritischen Reflektierens und Beurteilens musikalischer Phänomene vor allem das gemeinsame Singen und Musizieren im Unterricht.

Im Klassenunterricht hat deshalb, neben dem Singen von Liedern aus verschiedensten Genres, Kulturkreisen und Zeitepochen sowie deren Verortung in gesellschaftlichen Zusammenhängen, der musikpraktische Einsatz verschiedenster Instrumente einen hohen Stellenwert.

Ein in besonderer Weise den Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler weitendes Unterrichtsprojekt ist das Klassenmusizieren mit der Mundharmonika, wofür jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Instrument erhält, das dann regelmäßig im Unterricht eingesetzt wird.

Musik2

Für die Fünft- und Sechstklässler gibt es die Junior-Big-Band, ein Bläserprojekt, in dem die jungen Anfänger im Rahmen eines wählbaren Profilkurses nicht nur eine wöchentlich stattfindende 90-minütige Probe absolvieren, sondern darüber hinaus 45 Minuten die Woche durch Instrumentallehrerinnen und -lehrer des Instituts für Musik der Hochschule Osnabrück einen professionellen Instrumentalunterricht erhalten. Am unterrichtsfreien Dienstagnachmittag haben die Schüler zudem die Möglichkeit Gitarrenunterricht zu erhalten, der ebenfalls von einem Absolventen der Hochschule Osnabrück angeboten wird. In Planung sind derzeit weitere Angebote im offenen Mittagspausenbereich, z.B. durch den Spielmannszug Velpe, der Schülern die Möglichkeit bieten will, seine Instrumente kennen- und spielen zu lernen.

Neue Osnabrücker Zeitung, 01.11.2016
(von Erna Berg)

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Lotte. Nun ist Meistertrommler Morphius Eurapson-Quaye auch in Lotte angekommen. An der Gesamtschule Lotte/Westerkappeln in Wersen begeisterte er rund 150 Schüler in seinem Workshop. Mit dem Erlös seines Projekts unterstützt er junge Menschen in Winneba in Ghana.