Westfälische Nachrichten vom Do., 10.12.2015
Energiekoffer

Wie die Energiekoffer für Grundschulen aussehen, präsentierten (von links) Stefan Verlemann (Gesamtschule), Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Vahrenkamp, Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Ulrike Ströver (Grundschule Handarpe), Melanie Jaretzki (Gemeinde Westerkappeln) und Anne Frickenstein (Grundschule Am Bullerdiek). Foto: Frank Klausmeyer

Von Frank Klausmeyer

Das Budget ist immer knapp bemessen. Für Sonderwünsche ist sowieso kein Geld da. Es sei denn, edle Spender finden sich. Die beiden Westerkappelner Grundschulen sowie die Realschule und die Gesamtschule dürfen sich jetzt über eine vorweihnachtliche Bescherung freuen. Denn die Stadtwerke Tecklenburger Land haben insgesamt 2500 Euro gestiftet, die für die Sachkundestunden beziehungsweise den naturwissenschaftlichen Unterricht gut gebraucht werden können.

Die Mittel dazu stammen aus dem Förderprogramm „Energiefitte Schule 2015“, das die Stadtwerke in ihrem Versorgungsgebiet aufgelegt haben. Das Unternehmen stellt insgesamt 17500 Euro für Schulen in den sieben an den Stadtwerken beteiligten Kommunen bereit. „Uns ist wichtig, den Umgang mit dem Thema Energie zu fördern und die Schüler dafür zu sensibilisieren“, sagt Geschäftsführer Peter Vahrenkamp.

Die Grundschulen am Bullerdiek und Handarpe haben sich für ihren Anteil (jeweils 625 Euro) einen Energiekoffer angeschafft. „Die sind unglaublich teuer, weil es sich um Verbrauchsmaterialien handelt“, sagt Anne Frickenstein, Rektorin der Grundschule am Bullerdiek. Allein die Anleitung koste 200 Euro, weshalb sich die beiden Schulen den dicken Ordner auch teilten. Mit dem Inhalt der Koffer können die Mädchen und Jungen der vierten Klassen selbst kleine Experimente machen, wie beispielsweise den Aufbau von Schaltkreisen üben. „Das ist besser als youtube-Videos anzuschauen“, meint Frickenstein.

Die Gesamtschule und die Realschule haben gemeinsam ähnliche Experimentiersets gekauft. „Bei uns liegt der Schwerpunkt auf erneuerbare Energien“, berichtet Stefan Verlemann, stellvertretender Leiter der Gesamtschule. Mit dem jetzt vorhandenen Material könnten gleichzeitig acht Gruppen arbeiten. In diesem Jahr haben Schüler der Gesamtschule noch das an der Ibbenbürener Anne-Frank-Schule eingerichtete Schülerlabor „Phänomexx“ besucht. Das ist jedoch zeitlich begrenzt. „Das können wir jetzt selber machen“, freut sich Verlemann. „Die Schüler wollen etwas anfassen.“

Mit den Schulen freut sich Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. „Es ist natürlich in unserem Interesse, wenn die Schulen so unterstützt werden.“ Grundsätzlich ist die Gemeinde für die Ausstattung der Schulen zuständig. Doch die Mittel der Kommune sind begrenzt und Sponsoren immer willkommen. „Wenn man die naturwissenschaftliche Ausstattung der Schule aufbauen will, ist man schnell in einem fünfstelligen Bereich“, weiß Verlemann. Und alle Lehrer in der Runde nicken zustimmend beim Hinweis, dass zwischen bildungspolitischen Ansprüchen und der Wirklichkeit manchmal Welten klaffen.

Möglicherweise können sich die Schulen nächstes Jahren wieder über eine Spende der Stadtwerke freuen. 2016 solle es ein ähnliches Programm geben, aber unter einem anderen Titel, deutet Vahrenkamp an. „Wir sind zwar ein noch junges Unternehmen. Doch wir wollen von Anfang an die Region stärken.“